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RSSPrint

Erika Henkys, geb. Gooßes, wurde am 15. März 1928 geboren
und starb am 10. Oktober 2015.

 

Von Duisburg aus bricht sie ins Theologiestudium auf. Nach Göttingen, nach Bonn. Jürgen Henkys begegnet ihr in dieser Zeit. Beide gehen zunächst noch ihren je eigenen Weg, bis sich die beiden Wege verbinden und 1954 Hochzeit gefeiert wird.

Zu diesem Zeitpunkt hat das Paar schon eine folgenschwere Entscheidung getroffen: Sie siedeln bewusst aus der BRD in die DDR über, wo dringend theologischer Nachwuchs gebraucht wird. Die ausgetretenen Pfade des ihnen vertrauten beruflichen und familiären Umfeldes kann das junge Theologenpaar auf diese Weise weit hinter sich lassen.

Zugleich hat dieser Schritt natürlich weitreichende Konsequenzen, nicht nur, was das politische System betrifft. Es ist noch die Zeit, wo verheirateten Theologinnen kein Weg in den Pfarrberuf offen steht. Entweder berufstätige Theologin - oder verheiratete Pfarrfrau und Mutter. Erika Henkys nimmt die Aufgabe an, die ihr in dieser Konstellation zukommt, und bricht ihre eigene berufliche Entwicklung als Theologin zunächst ab.

Als Großstädterin findet sie sich nun in dem 100 Seelen-Dorf Groß Mehßow in der Niederlausitz wieder. Unter spartanischen Bedingungen begleitet sie dort ihre beiden ersten Söhne Albrecht und Reinhard ins Leben.
Brandenburg an der Havel ist die nächste Station der jungen Familie, diesmal für acht Jahre. In dieser Zeit kommen Erdmute und Winfried zur Welt. Bis es dann weitergeht nach Petershagen bei Berlin, als Jürgen 1964 ans Sprachenkonvikt in der Borsigstraße berufen wird. 

In Petershagen ergreift Erika Henkys aber auch die Gemeindearbeit mit viel Energie. Sie gründet den Mütterkreis, lädt interessante Gesprächspartner dazu ein, bringt thematisch Bewegung in die Gemeinde. Sie wirkt am Besuchsdienst mit und fährt mit jungen Familien zur Rüstzeit. Zunächst tut sie alles ehrenamtlich, dann aber auch im Rahmen einer kleinen Anstellung im katechetischen Bereich. Daraus wird schließlich die Tätigkeit als Kreiskatechetin im Kirchenkreis Lichtenberg und sie legt außerdem ihr zweites Theologisches Examen ab. Zusätzlich macht sie eine Ausbildung als Gemeindepädagogin und wird schließlich die erste Gleichstellungsbeauftragte der Kommune.

Mit dem Umzug von Petershagen nach Köpenick begann noch einmal eine neue, ganz anders geprägte Lebensphase. Erika Henkys verlagerte ihre Schwerpunkte. Sie knüpfte neue, auch internationale Kontakte; der Weltgebetstag oder die Gemeindepartnerschaft führten sie nach Holland und nach Kanada. Auch die Situation der Flüchtlinge nahm sie sich zu Herzen. Über Jahre war sie enge Vertraute und hilfreiche Begleiterin für zwei afrikanische Frauen.

Ihr Engagement bei einer europäischen Organisation galt dem “Ökumenischen Forum Christlicher Frauen in Europa” (Bereich Deutschland e.V., Nationalkoordinatorin Frau Dr. Elisabeth Bücking).

Im Kleinen groß sein

Es sollte jeder in seinem direkten Umfeld etwas Gutes tun, dann wäre die Welt schon besser. Sie selbst lebte das.

Letzte Änderung am: 01.12.2015