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Meister treffender Formulierung - Kirchenlieddichter Jürgen Henkys starb kurz nach seiner Frau Erika Henkys

Von Pfrn. Dr. Ilsabe Seibt

 

Liebliches Licht, das uns von Gott erzählt, / zeitlebens hast du mir den Weg erhellt. / Lass, wenn ich sterben muss, dein Abendglühn / sanft mich begleiten und hinüber ziehn. – Nach kurzer schwerer Krankheit ist Jürgen Henkys, der Dichter dieser Verse, am 22. Ok­tober gestorben. Er wusste um den Trost, der von der Musik und von Liedern ausgeht. Wohl alle evangelischen Gemeinden singen seine Kirchenlieder. Er hat uns damit einen großen Schatz hinterlassen.

Schon immer war ihm Sprache wichtig. Das spürten wir als Studierende am Sprachenkonvikt, der Theologischen Hochschule in Ost-Berlin, wo er als Dozent lehrte. Das erlebten alle, die seine Predigten hörten. Das ist in seinen Veröffentlichungen zu lesen. Er war ein Meister der treffenden Formulierung. Diese besondere Gabe stellte er im Laufe der Zeit immer mehr in den Dienst der Hymnologie. Hier forschte er, wirkte für das Verstehen der Liedtradition und wurde zu einem der wichtigsten Übermittler ökumenischer Lieder in den deutschen Sprachraum.

Das Lebenswerk von Jürgen Henkys verdankt sich auch der steten Unterstützung durch seine Frau Erika. Sie hat seine beruflichen Wege treu begleitet und zugleich als Katechetin Generationen von Christenlehrekindern geprägt. Die letzten Jahre des Ehepaares waren von der schweren Erkrankung von Erika Henkys geprägt. Sie ist am

10. Oktober gestorben. Wenig später erlitt Jürgen Henkys einen Herzinfarkt. Der Tod seiner Frau hat ihm das Herz gebrochen. Diese beiden, die ihr Leben lang so eng verbunden waren, konnte auch der Tod nicht trennen.

Jürgen Henkys wurde am 6. November 1929 in Ostpreußen geboren. Nach dem Theologiestudium in Westdeutschland siedelte er 1953 gemeinsam mit seiner Frau in die DDR über und folgte damit einem Aufruf der Kirchen. Seinen kirchlichen Dienst nahm er in der Niederlausitz auf und besuchte dann das Predigerseminar in Brandenburg, wo eine lebenslange Freundschaft mit Albrecht Schönherr geknüpft wurde. Seine Lehr­tätigkeit begann er am Predigerseminar und wurde dann Mitte der 1960er Jahre als Dozent an das Sprachenkonvikt berufen. Er gestaltete 1990 den Übergang des Sprachenkonvikts an die Humboldt-Universität mit und blieb dort bis zu seiner Emeritierung Professor für Praktische Theologie.

Liebliches Licht, brenn mir als stille Wacht. / Es ist dein Leuchten, das mich kräftig macht. / Verlösch mir nicht, sei doch mein letztes Licht, / du Glanz von Gottes klarem Angesicht! In dieser Zuversicht ist Jürgen Henkys seinen Weg zu Ende gegangen. Wir bleiben dankbar zurück.


Dr. Ilsabe Seibt ist Pfarrerin und leitet die Arbeitsstelle Gottesdienst / Ausbildung von Prädikanten und Lektoren im Amt für kirchliche Dienste in der EKBO.

Letzte Änderung am: 13.11.2015